Veröffentlicht am: 28. Juli 2026Kategorien: News, Software2149 Wörter10,7 Minuten zu lesen

Mehr als Zutrittskontrolle: Wie Bosch den globalen Kartenlebenszyklus mit SECANDA CORE automatisiert.

Auf der SicherheitsExpo 2026 in München haben wir uns mit Enrico Neuber von der Robert Bosch GmbH, aus dem Bereich Global Real Estate, auf der Bühne zusammengesetzt. Das Gespräch war kein Pitch, sondern ein offener Blick in die Praxis eines globalen Unternehmens. Bosch setzt unser PIAM (Physical Identity & Access Management) System SECANDA Core ein, um Mitarbeiterausweise und Zutrittsberechtigungen standortübergreifend automatisiert zu verwalten. Was vorher manuell, fehleranfällig und zeitaufwendig war, läuft heute über strukturierte Prozesse: vom ersten Arbeitstag bis zum Austritt.

Schauen Sie sich das gesamte Interview im Video an, oder lesen Sie es hier nach.

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Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen wächst. Es gibt neue Standorte, neue Mitarbeiter, neue Fremdfirmen. Und irgendwo in dieser Wachstumsdynamik verlieren Sie die Kontrolle über Ihren Mitarbeiterausweis. Wo wird er erstellt? Wer vergibt die Rechte? Vor allem: Auf welcher Basis werden diese Rechte vergeben, und wie werden sie wieder eingezogen? Werden sie überhaupt eingezogen? Für Unternehmen bedeutet das in der Realität: Jeder Standort arbeitet mit anderen Systemen, hat andere Prozesse, folgt eigenen Regeln. Und das geht auf Kosten der Sicherheit und der Zeit. Und Zeit ist bekanntlich Geld.

Genau das war auch die Ausgangssituation bei Bosch, und genau dafür haben wir eine Lösung: unser SECANDA Core, unsere universelle PIAM Plattform, die den gesamten Kartenlebenszyklus verwaltet: Vom Onboarding bis zum Offboarding und darüber hinaus.

Ich möchte jetzt nicht weiter vorgreifen, sondern übergebe das Wort an Enrico und lasse unseren Kunden für uns und unsere Lösung sprechen. Enrico, wir beginnen mit einer ganz einfachen Frage: Wer bist du, und was ist deine Aufgabe bei Bosch?

Enrico (Bosch):

Hallo, Enrico Neuber mein Name. Ich würde mich als Digitalisierungsexperten bezeichnen, das ist zumindest eine meiner Aufgaben bei der Robert Bosch GmbH im Bereich Global Real Estate. Ich bin zudem Programmleiter für die Ausweisstandardisierung, dazu gleich mehr. Bosch hat sich vorgenommen, einen einheitlichen Ausweis einzuführen, und ich bin der Solution Owner für die SECANDA-Lösung.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Dann steigen wir direkt ein. Wie war die ursprüngliche Ausgangslage? Was hat Bosch dazu bewegt, das Thema Unternehmensausweis neu zu denken?

Enrico (Bosch):

Wir haben viele Insellösungen. Es hat mich selbst beeindruckt, vor drei Jahren zu erfahren, wie viele Lösungen, Zutrittskontrollen und Ausweistechnologien wir bei uns im Einsatz haben. Für mich persönlich war es ein Wunsch, mit der Karte überall Zutritt zu unseren Bosch-Standorten zu haben – eine Standardkarte, die überall in der Bosch-Welt funktioniert. Wenn ich reise, möchte ich mit der Karte, die ich besitze, an jedem Standort Zutritt bekommen. Das war ein Primärziel: die Standardisierung des Unternehmensausweises.

Eines der Kernthemen war die erhöhte Sicherheit des Ausweises und der Zutrittskontrollen. Zudem wollten wir für unsere Bosch Mitarbeiter und Besucher eine bessere Nutzerzufriedenheit schaffen, standortübergreifend. Und da wir uns in wirtschaftlich schwierigen Zeiten befinden, wollten wir natürlich auch die operativen Kosten senken. All das zusammen hat dazu geführt, dass wir diese große Umstrukturierung gestartet haben.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Das klingt nach einigen Herausforderungen, und ich kann mir vorstellen, dass bei einem Konzern wie Bosch die Dimensionen noch mal eine ganz andere Hausnummer sind. Kannst du uns dazu ein paar Zahlen nennen?

Enrico (Bosch):

Ja, ich habe ein paar Zahlen mitgebracht. Was Bosch immer gerne nennt: Wir verwalten über Global Real Estate rund 1.600 Standorte weltweit. Wir haben etwa 400.000 Mitarbeiter, und mit den externen Besucherausweisen kommen wir auf etwa 600.000 bis 700.000 Ausweise, die wir operativ betreiben.

Ich habe gestern noch mal nachgeschaut und bin auf über ein Dutzend Kartentechnologien gekommen, die wir im Einsatz haben. Und was mich ebenfalls beeindruckt hat: Wir haben über 50 Zutrittskontrollsysteme weltweit im Einsatz, verteilt über die einzelnen Standorte.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Wahnsinn, diese Zahlen muss man erst mal sacken lassen. David, eine Frage an dich: Als Enrico mit diesen Anforderungen kam, was war dein erster Gedanke? Dachtest du „alles easy“, oder eher „das könnte an der einen oder anderen Stelle sportlich werden“?

David (SECANDA):

Ich habe mich natürlich sehr gefreut, weil die Anforderungen perfekt in unsere Strategie von SECANDA Core gepasst haben. Wir haben in den ersten Gesprächen gleich gemerkt, dass es bei Bosch nicht um eine lokale Lösung geht, sondern um eine globale Strategie. Enrico hat es gerade erwähnt: 400.000 Identitäten, 1.600 Standorte und viele verschiedene Systeme. Das kennen wir. Wir kommen in Unternehmen und finden dort ganz unterschiedliche Systeme vor. Genau dafür ist SECANDA Core da: um diese Systeme zu vernetzen. Unser Ziel war von Anfang an, das Ganze auf eine Plattform zu bringen und zentral steuerbar zu machen.

Natürlich war und ist es sportlich, aber es macht unheimlich viel Spaß. Wir sehen, dass wir mit Bosch diese globale Ausweisidentitätsstrategie tatsächlich leben und dass sie nicht nur eine Idee geblieben ist.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Enrico, David hat grad die globale Strategie angesprochen. Kannst du uns dazu ein bisschen mehr erzählen?

Enrico (Bosch):

Sehr gerne. Wir haben zwei Technologien vorgegeben: LEGIC advant und MIFARE DESFire. In der Untersuchung haben wir erkannt, dass es nicht nur eine Technologiefrage ist, sondern auch, nennen wir es die Sprache, die die Karte spricht und die der Leser identifizieren muss. Das heißt, die Codierung auf der Karte war für uns essenziell, und genau die standardisieren wir. Wir wollen auf die beiden Technologien, also auf die Karten LEGIC advant und MIFARE DESFire, eine Standardcodierung für den Online-Zutritt aufbringen.

Die Karte allein „tut nichts“, sie braucht einen Leser. Das heißt, wir müssen auch die Zutrittskontrollsysteme und die anderen Drittsysteme so programmieren und parametrisieren, dass sie die Codierung verstehen. Ich hatte es vorhin erwähnt: Wir haben über 50 Zutrittskontrollsysteme. Ein weiteres Ziel war die Harmonisierung, also die schiere Anzahl an Systemen zu reduzieren. Was wir nicht wollen, ist eine einzige Lösung für den Zutritt. Wir wollen vielmehr Synergien in den Clustern schaffen und die Anzahl senken.

Was die zugehörige Software betrifft, haben wir klar gesagt: Wir wollen konsolidieren, zentral betreiben und weg von lokalen IT-Servern, weil diese Kosten treiben. Bei Wartung und Betrieb sind wir mit dem Zentralbetrieb wesentlich besser aufgestellt. Zudem haben wir festgelegt: Jeder Ausweis hat eine Nummer, die global eindeutig sein muss. Wir wollen einen globalen, zentralen Katalog schaffen, also ein zentrales Wissen darüber, wer bei Bosch welchen Ausweis besitzt, um das bei der Identifikation nutzen zu können.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Ich nehme an, ihr habt euch für diese Lösung mehrere Anbieter angeschaut. Was waren am Ende die Argumente für SECANDA?

Enrico (Bosch):

Bosch ist speziell, was Ausschreibung und Einkauf betrifft. Es war für mich aber auch eine Freude, das kennenzulernen. Vor drei Jahren gab es eine Ausschreibung, an der mehrere Firmen teilgenommen haben. Kurz gesagt: SECANDA hat die finale Auktion gewonnen und hat sich am Ende durchgesetzt und ist deshalb heute Partner von uns. Wir setzen das System gemeinsam um. Wir hatten einen großen Anforderungskatalog mitgegeben, mit der gesamten Regulatorik, die wir berücksichtigen müssen. Die wurden natürlich alle erfüllt, sonst würde SECANDA heute nicht hier mit mir sitzen.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Enrico, in diesem Auswahlverfahren gab es bestimmt von vielen Seiten ein Mitspracherecht. Wie lief das intern ab und gab es denn entsprechend Widerstände?

Enrico (Bosch):

Was das Mitspracherecht angeht: Uns war wichtig, die Fachexperten mit einzubeziehen. Es war keine Ein-Mann-Entscheidung und auch kein Fall, in dem ein Global Center einfach nach unten durchdrückt. Wir haben versucht, die Fachabteilungen mitzunehmen, diejenigen, die das Produkt später nutzen müssen, abzuholen und in die Prüfung einzubinden. Und natürlich ist es – wie sicher für viele von euch – immer wieder eine Freude, mit Betriebsrat und Datenschutz zusammenzuarbeiten, die ebenfalls mitsprechen möchten. Bürokratie lässt grüßen, aber auch das haben wir gut gemeistert.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Ein letzter Punkt, auf den ich unbedingt eingehen möchte, ist das Thema Cybersecurity. Ich nehme an, in einem Konzern wie Bosch ist das nichts, was einfach nebenbei erfüllt wird. Da wird es bestimmt besondere Anforderungen geben. Wie hat SECANDA die erfüllt?

Enrico (Bosch):

Die gibt es natürlich. Wir haben eine globale, zentrale Cybersecurity, und es gibt eine Corporate Directive – intern „9000“ genannt –, die regelt, was erfüllt sein muss. Das haben wir transparent kommuniziert, und ich kann stolz sagen: SECANDA erfüllt das alles. Sonst würde es heute nicht laufen. Das ist aber keine einmalige Prüfung, sondern ein dauerhafter Bestandteil des operativen Betriebs. Die Welt entwickelt sich heute schnell, und wir müssen entsprechend hinterher sein. Wenn irgendwo etwas passiert, muss das auch in die Produkte einfließen. Wir haben zudem ein sehr gutes Monitoring aufgebaut, mit internen Ressourcen, die kontinuierlich sicherstellen, dass wir cybersicher bleiben. Sicherheit hat bei Bosch einen hohen Stellenwert.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Das heißt, das ist ein Prozess, der sich stetig weiterentwickelt, damit man entsprechend sicher bleibt. Noch eine letzte Frage: Ihr habt bereits den Standort Feuerbach, euren größten Standort, in Betrieb genommen, und das läuft jetzt schon eine Weile. Wie sind die Eindrücke bisher, und wo geht die Reise noch hin?

Enrico (Bosch):

Feuerbach und Karlsruhe waren die zwei Standorte, die 2024 als „Early Adopter“ die Ausweisverwaltungssoftware als Erste eingeführt haben. Im Jahr 2024 haben wir 27.000 Ausweise ins System gehoben, das war das Startpaket. Wir wollen jetzt jedes Jahr um weitere 100.000 Ausweise wachsen, bis irgendwann alle Ausweise im System sind.

Bei Bosch, speziell bei Global Real Estate, ist es uns wirklich wichtig, Netzwerke und eine Community aufzubauen. Weg von Silos. Es freut mich immer sehr, wenn Feuerbach im Netzwerk aktiv ist, seine täglichen Erfahrungen teilt und beim Onboarding sowie bei der Überzeugungsarbeit für andere Standorte hilft. Das würden sie sicher nicht tun, wenn sie nicht selbst überzeugt wären. Ich kann wirklich stolz sagen: Feuerbach und Karlsruhe haben das sehr gut angenommen, tragen aktiv dazu bei, andere Standorte zu überzeugen, und helfen bei Fragen wie: Wie komme ich rein? Wie lerne ich das System kennen? Wie funktioniert der Self-Service?

Wir haben viel geschaffen und treffen uns gemeinsam mit SECANDA viermal im Jahr, um die Roadmap abzustimmen. Das ist uns wichtig, damit ihr versteht, welche Wünsche wir haben. Software lebt schließlich und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Mir war es persönlich wichtig, einen Partner zu haben, der versteht, dass Wünsche auch in einer überschaubaren Zeit umgesetzt werden wollen. Und dann ist es immer wieder eine Freude, zusammenzukommen, das abzustimmen, im Quartal den Fortschritt zu betrachten und die Ergebnisse dann in die Standorte auszurollen und die Freude zu sehen, wenn das genutzt werden kann. Es lebt, es entwickelt sich, und es wird global skaliert. Das ist sehr schön.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Sehr schön, vielen Dank, Enrico, für die interessanten Einblicke. David, ich habe noch zwei Fragen an dich. Zum einen: Hier auf der Messe sind natürlich viele Zutrittskontrollhersteller und Errichter vertreten. Daher die Frage: Warum ist SECANDA ein Partner und kein Mitbewerber?

David (SECANDA):

Eine wichtige Frage, und ich möchte gleich klarstellen: Bei SECANDA Core geht es nicht darum, Zutrittskontrollsysteme zu ersetzen. Ganz im Gegenteil. Unser Ziel ist es, bestehende, verschiedene Systeme intelligent miteinander zu vernetzen. Wir kennen es: Wir kommen in einen Konzern und finden acht, neun, zehn verschiedene Zutrittskontrollsysteme vor. Wir wollen davon nichts ersetzen, sondern setzen uns wie die Spinne im Netz darüber und vernetzen uns mit diesen Systemen.

Wir verstehen uns ganz klar als Partner der Zutrittshersteller und Errichter und sind herstellerneutral. Kunden wie Bosch geben genau das wieder: Sie haben verschiedene Systeme an unterschiedlichen Standorten im Einsatz und wollen dennoch einen einheitlichen Prozess. Genau das setzen wir mit SECANDA Core um, damit ein sauberes Zusammenspiel entsteht. Deshalb sind wir auch offen für neue Technologien der anderen Aussteller hier auf der Messe. Gerade Projekte wie das mit Bosch zeigen, dass es am Ende nicht um Insellösungen geht, sondern darum, etwas zu schaffen, das beim Kunden wirklich funktioniert und echten Mehrwert bringt.

Katharina (Moderatorin / SECANDA):

Perfekt. Noch eine letzte Frage: Wenn jetzt jemand hier sitzt und denkt: „Okay, coole Lösung, aber ich habe nicht 400.000 Mitarbeiter wie Bosch, sondern nur 500“. Ist SECANDA Core dann eine Nummer zu groß?

David (SECANDA):

Ein klares Nein. Effizienz und Sicherheit sind keine Frage der Unternehmensgröße. Bei Bosch haben wir natürlich gezeigt, dass unsere Lösung auch in komplexen, internationalen Umgebungen funktioniert. Aber diese Herausforderungen hat letztlich jedes Unternehmen: manuelle Prozesse, fehlende Transparenz, steigende Sicherheitsanforderungen oder Compliance-Themen. Ich würde sogar behaupten, dass es für kleinere Unternehmen oft noch profitabler ist, weil dort die Ressourcen begrenzter sind und standardisierte Prozesse umso wichtiger werden. Wenn man mit weniger Aufwand mehr Transparenz und Automatisierung erreichen kann, bringt das einen echten Mehrwert. Am Ende geht es immer darum, Prozesse einfacher, sicherer und effizienter zu machen. Unabhängig davon, ob es 500 oder 500.000 Mitarbeiter sind.

SECANDA Core kennenlernen

Release Notes SECANDA BackOffice 1.0
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